Tankah, another Riviera Maya Real Estate Paradise

Mexiko plant Ausbau von Bahnlinien für den Personentransport

Ausschreibungen für Studien zu drei Strecken / Von Peter Buerstedde

Mexiko-Stadt (gtai) – Obwohl das Infrastrukturprogramm der neuen Regierung erst im Januar 2013 präsentiert werden soll, hat Präsident Enrique Peña Nieto bereits in seiner Antrittsrede am 1.12.12 einen Vorgeschmack auf die Pläne für die kommenden sechs Jahre gegeben. Eine der verkündeten dreizehn Entscheidungen betrifft den Ausbau der Schieneninfrastruktur für den Personenverkehr. Ab 2013 soll der Bau von drei Bahnstrecken beginnen. (Internetadressen)

Eine der geplanten Bahnstrecken verbindet Querétaro mit der Hauptstadt Mexikos und soll an das erste Nahverkehrs-Zugsystem von Mexiko-Stadt "Suburbano I" anknüpfen, das im Juni 2008 in Betrieb gegangen ist. Dafür sind 218 neue Streckenkilometer notwendig. Eine zweite Bahnstrecke soll Mexiko-Stadt mit der Hauptstadt des Bundesstaates Mexiko Toluca verbinden. Hinzu kommt ein Projekt auf der Halbinsel Yucatán für eine Bahnlinie zwischen Mérida und Punta Venado an der Riviera Maya mit einer Länge von 336 km. Präsident Peña Nieto hat außerdem eine Ausweitung des Metronetzes in Monterrey um eine dritte Linie und des Straßenbahnnetzes in Guadalajara angekündigt. In Mexiko-Stadt soll mit der "Suburbano III" eine weitere Vorstadtbahnlinie hinzukommen. Vorstudien der letzten Jahre dürften helfen, eine schnelle Umsetzung der Projekte zu erreichen.

Für die drei neuen Bahnstrecken hat die Regierung zudem neue Studien angekündigt, die im Januar 2013 ausgeschrieben werden sollen. Dafür sind in der Haushaltsvorlage der Regierung für 2013 rund 149,5 Mio. mexikanische Pesos (mex$, etwa 11,7 Mio. US$, 1 US$ = 12,83 mex$) eingestellt worden. Davon sind 45 Mio. mex$ für die Strecke nach Querétaro, 74,5 Mio. mex$ für die Bahnlinie nach Toluca und 30 Mio. mex$ für die Strecke in Yucatán geplant.

Im Falle der Bahnstrecke Querétaro sind seit 2008 zahlreiche Studien in Auftrag gegeben worden. Die neue Studie soll die vorhandenen Informationen zusammenführen und aktualisieren. Über die Autobahnstrecke zwischen Mexiko-Stadt und Querétaro verkehren täglich etwa 47.000 Fahrzeuge. Die Bahnstrecke nach Toluca ist ein Versprechen des Nachfolgers von Peña Nieto als Gouverneur des Bundesstaats México, Eruviel Ávila Villegas. Nach ersten Berechnungen könnten hier bei einer Fahrtzeit von 30 Minuten etwa 30.000 Personen auf die Bahn umsteigen. Für die 50 km werden die Kosten auf 500 Mio. bis 1,5 Mrd. US$ geschätzt, da die topografischen Herausforderungen auf dieser Strecke besonders groß sind.

Für die Bahnlinie in Yucatán könnten nach ersten Studien mit vier Stationen auf einer Länge von 336 km rund 11 Mrd. mex$ investiert werden. Parallel hatte im Juil 2012 der Bundesstaat Quintana Roo mit dem spanischen Staatsunternehmen Ferrocarriles de Vía Estrecha (FEVE) ein Rahmenabkommen für eine Studie für eine Bahnstrecke von Cancún nach Tulum geschlossen. Die von der Regierung ins Auge gefasste Strecke umfasst außerdem die Anbindung von Mérida.

Das Nahverkehrszugsystem "Suburbano III" könnte kurzfristig ausgeschrieben werden. Hier werden für 23,4 km etwa 15,4 Mrd. mex$ veranschlagt. Eine geplante gemeinsame Ausschreibung der nationalen Regierung und der Hauptstadtregierung war 2008 aufgrund der schwierigen Finanzierungsbedingungen infolge der Finanzkrise aufgeschoben worden. Abschreckend wirkt weiterhin die Erfahrung mit der "Suburbano I". Die Strecke hat noch keine gute Auslastung erreichen können. Dies liegt unter anderem daran, dass die zahlreichen gut organisierten Minibus-Fahrer nicht bereit sind, als Zubringer für das neue System ihre Strecken anzupassen. Weiterhin bestehen auch Pläne für die "Suburbano II", ein weiteres Nahverkehrszugsystem im Norden der Hauptstadt.

Für eine weitere Straßenbahnlinie in Guadalajara könnten sich die Investitionskosten nach ersten Studien für 21 km auf 7,7 Mrd. mex$ belaufen. Hier erhofft sich die Stadtverwaltung von Guadalajara aber noch eine Kostenübernahme für eine definitive Studie für 172 Mio. mex$ durch das Transportministerium. In Monterrey soll die Metro um 14 Stationen ausgebaut werden, mit geschätzten Investitionen von bis zu 2 Mrd. US$.

Nach Aussagen des Partners der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers im Bereich Infrastruktur, Francisco Ibáñez, bilden die genannten Bahnprojekte eine schwierige Herausforderung für das Haushaltsministerium und das Transportministerium, welche die Finanzierung sicher stellen müssen. Die Vorhaben können als öffentlich-private Partnerschaften (PPP-Vorhaben) umgesetzt werden, aber "der Staat muss einen wichtigen Teil der Kosten tragen, da die Ticketpreise nicht die ganze Investition decken können", so Ibáñez. Der Rechtsrahmen für PPP-Projekte ist mit einem neuen Konzessionsgesetz Anfang 2012 gestrafft worden. Damit wurde mehr Rechtssicherheit für Investoren und die öffentliche Hand geschaffen. Im Oktober 2012 folgte die Verabschiedung der Umsetzungsvorschriften, womit der neue Rechtsrahmen angewandt werden kann.

Trotz des Reformeifers der neuen Regierung dürfte die Rückkehr der Eisenbahn für den Personenverkehr in Mexiko mit den genannten Projekten an ihre Grenzen stoßen. Die Vorhaben betreffen Strecken mit einem konstant hohen Verkehrsaufkommen, das die gigantischen Investitionen für Schienen und rollendes Material noch darstellbar macht. Über das Landeszentrum um die Hauptstadt und die Region Bajío hinaus dünnt der Personenverkehr aus. Die privaten Konzessionäre, die den Güterverkehr auf der Schiene betreiben, betrachten den Personenverkehr auf ihren außerhalb des Landeszentrums liegenden Strecken daher als nicht wirtschaftlich.

Source: www.gtai.de

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